Getestet: Samsung Galaxy Tab 10.1v
2.08.2011
Nachdem ich mir erstmal einen Überblick über die technischen Daten verschaffen musste, konnte ich das Galaxy Tab 10.1v drei Wochen lang gründlich testen. Als erstes musste ich mich an Android 3.0 “Honeycomb” gewöhnen. Kein Problem, alles ganz intuitiv aufgebaut und nach zehn Minuten hat man den Durchblick. Apropos Durchblick: Wie bei allen anderen Tablets nervt erst einmal das spiegeln den Displays. Dauert ein paar Minuten bis man das ignorieren kann.
Jetzt habe ich schon mit dem Display angefangen, also mache ich damit auch weiter. Das 10,1 Zoll große WXGA-Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixeln versorgt die Augen mit kräftigen Farben. Filme und Fotos anschauen ist mit dem Teil überhaupt kein Problem. Filme und Fotos? Weiter gehts mit der 8 Megapixel Kamera, die sich zusammen mit einem kräftigen LED-Blitz auf der geriffelten Rückseite mit den Griffmulden des Tabs befindet.
Die Kamera ist richtig geil gut. Die Farben sind schön kräftig, die Schärfe sehr gut und ja. Ich bin begeistert. Ein Tablet mit einer besseren Kamera gibt es auf dem Markt zurzeit nicht. Die maximale Auflösung der Bilder sind 3264 x 2448 Pixel, was einer Dateigröße pro Foto von 3 bis 7 Megabyte entspricht. Der Bildstabilisator sorgt trotz leichtem wackeln für scharfe Bilder. Selbst mit digitalem Zoom sind die Bilder weitgehend einwandfrei. Hier ein paar Beispielbilder u.a. mit den verschiedenen Farbmodi:
In Sachen Videos wurden meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Mit dem Samsung Galaxy Tab 10.1v könnt ihr Full HD Videos drehen. Das heißt 1920 auf 1080 Bildpunkte. Wenn ihr der Kamera Zeit gebt und euch kaum bewegt, dann wird das Bild auch sehr gut scharf gestellt. Leider braucht das Tab aber wirklich etwas lange, bis alles scharf gestellt ist. Aber wie gesagt: wenn es scharf ist, dann richtig. Bleibt nur noch das Problem, dass es etwas eigenartig aussieht, wenn man mit einem Tablet Fotos bzw. Videos macht. In folgendem Video seht ihr ein paar Szenen, die ich mit dem Galaxy Tab 10.1v aufgenommen habe. Ich habe mich besonders auf die Schärfe konzentriert:
Zwischen Display und Kamera steckt jede Menge Technik. Da wäre zum Beispiel der Nvidia Tegra 2 Prozessor. Durch diesen Dual Core Prozessor (2 Kerne) schießt 1 GHz pro Kern. Dazu hat das Tab noch 1 GigaByte Arbeitsspeicher. Ruckeln gibts also nicht. Zumindest habe ich in den drei Testwochen nie ein Ruckeln vernommen. Browsen, (HD-)Filme schauen und die wenigen Android Spiele – alles flüssig.
Zu Android 3.0 muss ich sagen: der Aufbau ist gut und schnell zu verstehen. Aber bei den Apps muss sich noch was tun. Der Android Market ist zwar für Tablets optimiert. Dennoch habe ich eine spezielle Kategorie wie “Honeycomb Apps” vermisst. Honeycomb Apps machen im Android Market noch einen kleinen Bruchteil aus. Mit einer entsprechenden Suchoption könnte man für Honeycomb optimierte Apps viel einfacher finden. Anwendungen, die nicht für Android 3.0 optimiert sind, füllen nicht das komplette Display aus, was unschön ist. Mit Android 3.1 soll wenigstens eine Zoom-Funktion für derartige Apps kommen, was die Grafik aber nicht unbedingt schärfer macht.
Auf der Verpackung des Tablets sind mehrere App-Logos abgebildet. Darunter ist auch die Facebook-App. Aber im Android Market ist weit und breit keine Facebook-App zu finden. Nichtmal die für Smartphones kann man herunterladen. Bis eine offizielle Facebook-App erscheint, müssen Android Tablet-Besitzer noch ein paar Wochen warten. Gute Alternativen sind FriendMe oder Friendster. Diese haben jede Menge Funktionen an Bord.
Am Design des Tablets habe ich nur wenige Kritikpunkte. Die geriffelte Rückseite mit den Griffmulden ist sehr praktisch. Nur an der linken und der rechten Kante des Galaxy Tab 10.1v gefällt mir etwas nicht. Die Stereo Lautsprecher liefern einen guten Klang. Allerdings hätte Samsung diese weiter oben platzieren sollen und nicht mittig. Wenn man das Tablet in der Hand hält kann es vorkommen, dass man die Lautsprecher abdeckt.
Ganz schlecht finde ich den Slot für die SIM-Karte. Die Karte muss man viel zu tief in den Schlitz schieben, bis sie einrastet. Ich habe meine SIM-Karte nicht ohne Hilfsmittel hineinbekommen. Ich lasse meine Fingernägel bestimmt nicht extra lang wachsen, damit ich die Karte in den Slot bekomme. Beim entnehmen der SIM-Karte das gleiche – man muss sie noch tiefer in die sowieso zu tiefe Aussparung drücken, bis man sie rausziehen kann.
Anschlüsse. Sehr enttäuschend. Mehr als eine 3,5mm Klinke für die mitgelieferten (und guten) In-Ear-Kopfhörer und einen Anschluss für ein spezielles Samsung-Dockingkabel gibt es nicht. Kein USB. Kein Kartenleser. Kein HDMI. Das, was Android Tablets gegenüber dem iPad stark macht, wurde einfach weg gelassen.
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab 10.1v kostet ohne Vertrag rund 550 Euro. Wer gerne mit einem Tablet Fotos und Videos macht, und auf diverse Anschlüsse verzichten kann, macht mit diesem Tablet nichts falsch. Geile Kamera und Stereo-Lautsprecher. Display. Das sind die Pro-Argumente. Gegen dieses Tablet spricht der Nachfolger. Das Samsung Galaxy Tab 10.1 hat auf der Rückseite zwar nur eine Kamera mit 3,2 Megapixel, dafür kann man den Speicher wahrscheinlich aber durch eine microSD-Karte erweitern.




