Das Samsung Wave II ist technisch sowie optisch echt gut. Ich habe mit dem Smartphone aber ein Problem. Es ist der einzige Grund, wieso ich mir das Wave nicht kaufen würde: Das Betriebssystem.

Grundsätzlich spricht ja nichts dagegen, dass Samsung sein eigenes Betriebssystem “Bada” entwickelt. Das hat in diesem Fall aber einen großen Nachteil für den Nutzer: Es gibt einfach zu wenig App-Vielfalt. Für das Wave II sind bei Samsung Apps derzeit rund 4.100 Anwendungen verfügbar. Davon sind rund 1.800 kostenlos. Das ist wirklich wenig wenn man sieht, dass im Android Market über 320.000 verfügbar sind und 63 Prozent davon kostenlos sind.

Einige brauchbare Apps bekommt man auch für Bada, wie zum Beispiel die Deutsche Bahn App, Post Mobil oder barcoo. Eine Anwendung gibt es sogar, die man für Android-Handys (noch) nicht bekommt: Spiegel Online.
Das mit den Apps ist sowieso so eine Sache. Es gibt Leute, die wollen mit ihrem Smartphone ausgiebig surfen, zocken… alles halt. Andere wollen einfach nur ein Handy, das zwischendurch mal etwas Spielspaß oder die neuesten Nachrichten liefert. Dazu braucht man natürlich keine 100 Apps auf dem Smartphone. Wer ein schickes Smartphone für rund 225 Euro möchte und nicht vor hat in eine App-Sucht zu verfallen, der kann beim Samsung Wave II mit gutem Gewissen zugreifen. Für mich ist das aber nichts: Ich würde 80 Euro drauflegen und bekomme dafür den “iPhone-Killer” – das Samsung Galaxy S mit Android. Da ich keinen Bock auf iOS habe bevorzuge ich Android, da es dort die meisten Anwendungen auch gibt. Da das Wave II mit dem Galaxy S von der Leistung her etwa auf der gleichen Höhe ist, zahlt man die 80 Euro also nur für ein größeres Display und Android.

Abgesehen von den Apps ist Bada ein Betriebssystem, das fehlerfrei läuft – natürlich, Samsung entwickelt es ja auch für Samsung Handys. Samsung wird Bada wohl noch eine Weile weiterentwickeln. Für dieses Jahr wurde Bada 2.0 angekündigt, das unter anderem Multitasking unterstützen wird. Ich hoffe, dass Samsung das eigene Betriebssystem in Zukunft bei Smartphones ab 250 Euro nicht mehr einsetzen wird. Was will ein Kunde mit einem leistungsstarken Smartphone, wenn es dafür keine leistungsfordernden Apps gibt? Ja, er kann es auf Android flashen, aber das sollte ja nicht der Sinn der Sache sein.

Achja, die vorinstallierte “YouTube-App” ist garkeine App. Als ich auf das Icon tippte, habe ich eine gut aufgebaute und brauchbare Anwendung erwartet, wie das bei der vorinstallierten Facebook- und Twitter-App der Fall ist. Aber nö. Die YouTube-App öffnet einfach nur die mobile YouTube Seite im Samsung Dolfin Browser. Der Browser bereitet übrigens keine Probleme und stellt das meiste fehlerfrei dar. Flash wird nicht unterstützt.

Wens interessiert: Ihr könnt bis zu 10 Homescreens und bis zu 10 App-Seiten verwalten. Die Apps lassen sich nach einem Klick auf das Zahnrad-Symbol links oben beliebig verschieben. Komplette Seiten verschieben geht auch: einfach das Wave II in den Landscape-Modus drehen – dann könnt ihr die Seiten austauschen, Seiten löschen oder leere Seiten einfügen (geht bei den Homescreens natürlich genauso).

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