Seit Freitagnachmittag können Facebook-Anwendungen auf sensible Daten von Benutzern zugreifen, die der Nutzer bisher manuell eintragen und übermitteln musste. Dabei handelt es sich um die Adresse und die Handynummer. Bevor die Daten übermittelt werden, muss der Facebook-Nutzer über das Standard-Popup, das wir kennen, zustimmen – es gibt keinen weiteren, besser sichtbaren Hinweis, dass die Adresse und die Handynummer an die Anwendung übermittelt werden. Das mit dem Zustimmen ist ja schön und gut, aber wie wir uns denken können, stimmen die meisten Facebook-Nutzer allem zu, weil sie keinen Bock haben die wenigen Wörter zu lesen.

Kritik gibt es im Entwicklerblog von Facebook unter anderem völlig zurecht am lockeren Umgang mit den Nutzerdaten. Golem.de zitiert einen verärgerten Facebook-Nutzer:

Nutzer denken nicht nach, wenn sie auf ‘Zugriff erlauben’ klicken. Ihr MÜSST für sie denken. Sie verstehen nicht was es bedeutet. Ihr seid unverantwortlich, so etwas zu machen. Und Ihr wisst es.

Natürlich ist es nicht in Ordnung, dass Facebook die Weitergabe solcher Daten überhaupt ermöglicht. Ich frage mich aber auch, wozu man solche Daten überhaupt angibt? Es reicht doch, wenn einen Freunde per Chat, Nachricht und E-Mail erreichen. Die Handy- bzw. Handynummer haben die Leute, die sie brauchen. Und die Adresse muss ja auch nicht unbedingt jeder wissen. Nutzer, die diese Felder ausfüllen und die Sichtbarkeit auf “Nur ich” stellen, sind mir auch suspekt.

Auch wenn Facebook die Weirgabe von sensiblen Daten an Dritte ermöglicht – es können nur die Daten weitergegeben werden, die ihr angebt. Sparsamkeit mit den eigenen Daten zahlt sich aus.

Update 18.01.2011
Facebook hat die Funktion vorerst wieder deaktiviert.

Icon: IconTexto, Gesicht: Schnaberlack.de ;D