Abzocke im Netz: Webseiten, die ihr meiden solltet
6.01.2011
Abzocke im Internet – ein riesen Geschäft für die Abzocker und nervenzerreißend für Betroffene. Auf CHIP.de gibt es einen aktuellen Artikel zum Thema Abzock-Seiten. Diese haben meistens sehr umfassende AGBs (liest zu deren Glück niemand), in denen z.B. etwas von einem 24 monatigen “Vertrag” mit einem monatlich fälligen Betrag von 8 € steht.
Das sind 12 Webseiten, deren AGBs CHIP untersucht hat und in der Fotostrecke aufführt:
OpenDownload.de- Mega-Downloads.net
- Every-Game.com
- Rezepte-Selber-Kochen.de
- Verkehrsprofi.com
- Nachbarschaftspost.com
- IchWillPornos.com
- XXX-testen.de
- Condome.tv
- Grafik-Archiv.com
- Genealogie.de
- Wie-Anziehend-Bist-Du.de
Abzocke durch Downloads & Datenfallen
Wenn ihr z.B. ein Programm downloaden wollt, macht das am besten nur auf der Webseite des Entwicklers oder auf den bekannten und vertrauenswürdigen Seiten CHIP.de und sourceforge.com – dann seid ihr auf der sicheren Seite. Unseriöse Anbieter wie z.B. OpenDownload.de haben in Ihren seitenlangen AGBs geschrieben, dass 2 Jahre lang monatlich ein Betrag von 8 € gezahlt werden muss, wenn man etwas von der Seite herunterlädt.
Sogenannte “Paid4″-Dienste (u.a. auch Paidmail-Dienste) versuchen nicht an euer Geld zu kommen, sondern an eure Daten. Sie werben damit, dass ihr Geld bekommt, wenn ihr euch Werbung auf Webseiten anschaut. Dafür müsst ihr aber teils sensible Daten von euch preisgeben. Diese werden dann für dicke Euronen weiterverkauft und kurze Zeit später dürft ihr euch über Spam im Briefkasten, Postfach oder auch auf dem Handy ärgern. Da ihr am Ende mehr Spam als Geld bekommt, haltet euch von Seiten wie 7sms.com, Paid2YouTube.com und Tixuma.de lieber fern. Bis ihr genug Geld für eine Auszahlung zusammen habt können Jahre vergehen. Wenn der Anbieter überhaupt auszahlt und nicht fälschlicherweise angibt Konkurs gegangen zu sein, was oft der Fall ist.
Abzocke durch iPhone Apps
Auch Smartphone-Besitzer (nicht nur iPhone) sollten zweimal hinschauen, wo sie touchen. Eine beliebte Methode zur Abzocke ist Bannerwerbung innerhalb von Apps. Bei der unter Kindern beliebten App “Talking Tom” kann man einen Kater streicheln und füttern. Dies bewegt die Kinder dazu wahllos auf dem Bildschirm herumzutippen – klickt man daneben, landet man auf einem Banner, wodurch sich eine Abzock-Seite öffnet oder man versehentlich eine teure App kauft (“In-App-Käufe”).
Schützen könnt ihr euch davor, indem ihr bei eurem Mobilfunkanbieter die Dienste von Drittanbietern deaktiviert. Bei E-Plus ist das allerdings nicht möglich und o2 rät davon ab, da Dienste wie der ADAC-Notruf über o2 nicht mehr funktionieren. Die In-App-Kauf-Funktion könnt ihr bei eurem iPhone unter ‘Einstellungen > Allgemein > Einschränkungen > In-App-Käufe’ deaktivieren.
Weitere Details über diese Art von Abzocke findet ihr mit einer verständlichen Grafik in der CHIP-Ausgabe 02/2011.
Abzocke durch Online-Shops
Auf der Suche nach Schnäppchen ist jeder. Unzählige Seiten existieren nur, um euch Schnäppchen zu empfehlen – das ist in den meisten Fällen sehr nützlich und Seiten wie preisjäger.at sind seriös. Das Problem liegt bei den Betreibern von Online-Shops bzw. Online-Versandhäusern. Diese machen zum Teil veraltete Angaben bei den UVP-Preise (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers). Auch bei Amazon, Neckermann oder Baur kommt das vor. Durch den veralteten UVP-Preis denkt der Kunde, er macht ein großes Schnäppchen, obwohl es keins ist und der jeweilige Artikel womöglich weniger wert ist und nicht mehr hergestellt wird, sondern nur noch auf Lager ist.
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass der Hersteller bei der UVP-Angabe den Zusatz “ehemalige” anbringen muss, wenn ein Produkt aus dem Sortiment genommen wurde – das wird vernachlässigt.Damit ihr euch sicher sein könnt ein Schnäppchen zu machen, solltet ihr die Angebote in Preissuchmaschinen zu vergleichen und euch nicht von Schnäppchen-Countdowns – also befristeten “Schnäppchen”-Angeboten – hetzen lassen.
Genau anschauen und hinterfragen
Abzocke im Internet ist ein mieses aber sehr lukratives Geschäft. Damit das Geschäft für die Abzocker nicht lukrativ ist, solltet ihr euch manche Angebote genauer anschauen und bei einem Schnäppchen hinterfragen, wie es denn überhaupt so billig sein kann. Wenns um das scheinbar mühelose Geld verdienen im Internet geht, sind das meistens Angebote für die ihr Monate/Jahre lang aktiv sein müsst, um das Auszahlungs-Minimum zu erreichen. In diesen Monaten/Jahren hinterlasst ihr jede Menge Daten, die die Anbieter weiterverkaufen. Verzichtet lieber auf die paar Cent in der Woche und behaltet eure Daten für euch.
Quellen Bild: andrmorl, Pixelio.de; Infos: CHIP Heft 02/2011 und CHIP.de


am 6. Januar 2011 um 18:40 Uhr
Wirklich interessanter Artikel von Dir, das mit den Onlineshops war mir noch garnicht so bewusst. Allerdings die Abzocke mit den Apps hatte ich mir schon so gedacht. Danke für Deinen Hinweis
am 12. Januar 2011 um 14:57 Uhr
Ich muss da Bludie komplett zustimmen. Das mit den Apps nimmt wirklich bzw. wird sehr gorße Ausmaße annehmen. Habe dazu bei ratgeber-wissen einen extra Beitrag zum Thema App-Abzocke gefunden.
am 13. Januar 2011 um 19:03 Uhr
Der Beitrag hat wirklich interessante Infos für Leute die nicht schon jahrelang, täglich im Netz unterwegs sind. Ich bedanke mich außerdem für die nette Verlinkung unserer Blogs Preisjäger
Hast vollkommen Recht, vergesst die Ersparnisse zur UVP – immer Preisvergleich nutzen! Die besten sind Geizhals.at und Idealo.de.